05/2024

Auf ein Wort

Foto Münster März 2018 klein

Liebe Eichenauerinnen,
liebe Eichenauer,

am 23. Mai vor 75 Jahren ist das Grundsgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten. Aus heutiger Sicht können wir kaum genug schätzen, was die Mütter und Väter des Grundgesetzes auf Herrenchiemsee in nur 100 Tagen als Mitglieder des parlamentarischen Rates geschaffen haben. Aus den Schwächen der Weimarer Verfassung heraus haben sie Grundsatzentscheidungen zum Schutz der zweiten Demokratie auf deutschen Boden getroffen. Die Direktwahl des Bundespräsidenten war ebenso darunter wie die Verankerung plebiszitärer Elemente, die durch propagandistische Beeinflussung zu für die Demokratie schädlichen Momentaufnahmen führen kann. Diese Vorausschau war vor dem Hintergrund der heutigen Informations- und Desinformationsfrage und -nutzung unglaublich weise.

Auch die Idee, jedem Einzelnen die Möglichkeit einzuräumen, seine unveräußerlichen Rechte gegenüber dem Staat geltend machen zu können, hat sich seit Schaffung des Bundesverfassungsgerichts zu Beginn der 50er Jahre nachhaltig bewährt. Es zeigt sich, dass auch nach einem Menschenalter die Grundlagen dieser zunächst bis zum Zeitpunkt einer deutschen Wiedervereinigung angelegten Verfassung ungebrochen Geltung haben. Die aus den Gräueln nationalsozialistischer Willkürherrschaft und Verbrechen entstandene Verpflichtung aller Mitglieder des parlamentarischen Rates hat diesen zeitlosen Rahmen unserer Demokratie erst ermöglicht.

Zusammen mit der aus ihr entwickelten sozialen Marktwirtschaft hat sie darüber hinaus eine beispiellose Zeit des Wohlstands in Deutschland und gemeinsam mit der Westeinbindung der Bundesrepublik vor und nach der Wende eine noch nie dagewesene Zeit des Friedens auf deutschem Boden beschert. Für dieses segensreichen Zusammenwirken bin ich unendlich dankbar und es ist an uns allen, dafür zu sorgen, dass die Voraussetzungen auch für die Zukunft weiterhin unverändert erhalten bleiben.

Denn die Demokratie sind wir alle und so lebt sie auch konkret von uns allen. Diese Idee gilt es, zu stärken und gegenüber all denjenigen durchzusetzen, die der Auffassung sind, sie könnten es besser, ohne auf die Meinung anderer achten zu müssen. Sie können spätestens am 9. Juni bei der Europawahl zeigen, dass auch Ihnen diese gemeinschaftliche Leitung wichtig ist. Bitte gehen Sie zur Wahl.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Mai.

Mit den besten Grüßen

Ihr
Peter Münster
Erster Bürgermeister

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