02/2023

Auf ein Wort

Foto Münster März 2018 klein

Liebe Eichenauerinnen,
liebe Eichenauer,

die Demokratie ist leider ein gefährdetes hohes Gut in unserer Gesellschaft. Die Grundrechtsausübung, insbesondere die der Meinungsfreiheit, ist dabei besonders hoch zu bewerten. Allerdings ist weltweit in den USA, in Brasilien, in Ungarn, aber auch in vielen anderen Ländern zu beobachten, dass Meinungsfreiheit oft mit Meinungsstärke und Kenntnisfreiheit ausgeübt wird, beide aber geeignet sind, erforderliche Denkprozesse zu verhindern. Kombiniert mit sogenannten Fake-News und schneller Verbreitung über Social Media mit vermeintlich einfachen Wahrheiten, macht das Durchdringen der Komplexität dieser Welt schwieriger. Populistischen Strömungen bietet es Chancen, unsere Demokratien zu gefährden.

Ich habe den Eindruck, dass eine große Mehrheit in diesem Land die Gefahr einer solchen Entwicklung sieht. Um so überraschter bin ich, dass eine sogenannte Online-Petition, die rechtlich keinerlei Wirkung entfaltet, für den Erhalt einer Hortgruppe am Kindergarten Sterntaler mehrere hundert Unterzeichner findet, ohne dass diese deren Grundlagen hinterfragen. Denn nur bei größtmöglicher Flexibilität in der Unterbringung von Gruppen kann es gelingen, die Herausforderungen umzusetzen, denen sich die Gemeinde bei der Unterbringung aller Kinder im Kinderbetreuungsbereich stellen muss. Dabei ist es wenig solidarisch, wenn diejenigen Eltern, die bereits einen Betreuungsplatz für ihre Kinder haben, denjenigen Eltern, die noch keinen haben, die Möglichkeiten nehmen, die Lage ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen. Es erscheint mir nie zielführend, die eigenen Interessen über die Interessen der Allgemeinheit zu stellen. Nur wenn wir solidarisch handeln und gemeinschaftlich uns den Problemen stellen, werden wir in der Lage sein, die zukünftigen Herausforderungen zu bestehen.

Dem Gebot sparsamer Haushaltsführung folgend arbeitet die Gemeindeverwaltung stets daran, die für alle Steuerzahlenden kostengünstigste Lösung zu suchen. Dies gilt auch bei der räumlichen Zuordnung von Kinderbetreuungsgruppen. Hieran werde ich auch zukünftig arbeiten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen Fasching im Februar, der auch Sie zum Nachdenken anregt.

Mit den besten Grüßen

Ihr
Peter Münster
Erster Bürgermeister

 

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